Bullitt Cargo Bike: Klappe, die Zweite!

Veröffentlicht: 7. Juli 2012 in Bastelkram, fahrrad

Knapp ein Jahr nachdem ich das erste mal ein Bullitt Cargo Bike von Larry vs. Harry aus Kopenhagen probefahren durfte, war es kürzlich wieder soweit. Ende Juni 2012 sind wir zu zweit übers Wochenede den Elberadweg entlang nach Wehlen/Rathen gefahren zum Zelten im Wald. Das sind zwar nur etwa 30 km einfache Strecke, aber das reicht um das Bullitt im beladenen Zustand kennen zu lernen. Das Rad war exakt dasselbe wie beim letzten mal, ein Bullitt red mit der 8-Gang Alfine und einer großen Alukiste als Aufbau, geliehen im Laden der Dresdner Radkuriere.

Ich bin wieder genauso begeistert wie vor einem Jahr schon, So doll, dass ich mir gestern ein eigenes Bullitt, genau genommen ein Framekit bestellt habe.

Zum campen hab ich die Alukiste voll gepackt mit Zelt, Schlafsäcken, Isomatten, Kletterzeug, Klamotten und Fressen.
Es hat nicht alles rein gepasst , darum hab ich eine Isomatte und etwas Kleinkram mit so Gummispannern oben drauf geschnallt, das ging gut!

Das fahren mit Beladung war ein Vergnügen, wenn man einmal fährt, dann merkt man das Gewicht gar nicht und das Rad bleibt sehr stabil. Selbst das Anfahren oder Abbremsen macht keinerlei Problem (im Gegensatz zu einem normalen Fahrrad mit schweren Front- und Gepäcktaschen). Und das beste ist der Ständer! Kein elendes anlehnen an irgendwelche Hauswände mehr. Wenn das Ding einmal steht kann man ein Picknick darauf veranstalten. Und es fühlt sich schnell an!

An zwei Dinge musste ich mich erst gewöhnen. Zum einen ist das Innenlager so schmal bzw. sind die Kettenstreben so weit außen, dass ich anfangs immer mit den Fersen an die Kettenstreben gestoßen bin. Das mag man auf O-Beine schieben, aber mehr Enge im Innenlagerbereich ist kaum möglich. Zum anderen ist der Lenkeinschlag im Vergleich zum gefahrenen Kurvenradius sehr gewöhnungsbedürftigt. Ein normales Fahrrad lässt sich schon bei größer 45° kaum noch stabil fahren, beim Bullitt schafft man Lenkwinkel nahe an 90° und fährt immer noch im Kreis.  Man hat also die ganze Zeit ein gefühltes untersteuern durch die Untersetzung des Einschlag des Vorderrades im Verhältnis zum Lenkeinschlag. Daran gewöhnt man sich aber und es fällt nur noch bei sehr kleinen Kurvenradien auf. Ansonsten bin ich restlos begeistert!!

In mein eigenes Bullitt soll die Rohloff Speedhub aus meinem aktuellen MTB eingebaut werden. Das hat einige Probleme mit sich gebracht. Es gibt die Bullitt Rahmen mit zwei verschiedenen Ausfallenden: die normalen Kettenschaltungsausfallenden wie bei fast jedem MTB und für die Nabenschaltung Alfine gibt es nach vorn und leicht nach unten geöffnete „horizontale“ Ausfallenden (etwa so). Die Rohloff Speedhub ist auch eine Nabenschaltung, also sollte die Version mit den horizontalen Ausfallenden passen, da spannt man die Kette durch verschieben des Rades im Ausfallende und spart sich den Kettenspanner. Leider funktioniert das so nicht! Nach einem Telefonat mit Rohloff hat sich herausgestellt, dass die Kräfte an der Achse so stark sind, dass weder die Klemmkraft eines Schnellspanners, noch die Muttern einer TS-Achse ausreichen um das Rad sicher im Ausfallende festzuhalten. Bei kräftigem Reintreten im richtigen Gang würde sich das Hinterrad also verschieben. Außerdem wird durch die Drehmomentabstützung mit dem Speedbone das Rad eh in seiner Position fixiert und wäre nicht mehr verschiebbar. Deswegen hab ich mich für einen Rahmen mit Kettenschaltungsausfallenden entschieden und muss nun für den Rest meines Lebens die Schande eines Kettenspanners erleiden. (Im Moment fahre ich ein Exzenterinnenlager.)

Nun muss ich mir überlegen wie ich diese Bodenplatte (das Honeycomb Board) selber baue. Das Ding ist absurd teuer, weswegen ich sie mir nicht gekauft habe. Für eine passende Kiste gibt es vom Hersteller selbst die Abmessungen.

Über den weiteren Fortgang der Sache werde ich berichten… und zwar hauptsächlich unter bullitt.hortev.de

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Kommentare
  1. Jakob sagt:

    vielleicht hilft dieses Innenlager weiter? http://www.trickstuff.de/de/products/exzentriker_KL.php
    (hoffentlich fahre ich auch bald ein Bullitt durch Dresden…)

    • alizr sagt:

      He Jakob,
      ja, das Teil kenne ich schon, es macht aber ebend nur +-3mm, das ist ein halbes Kettenglied. Und mit Halflink hab ich mich noch nicht befasst.

      Gruß

  2. velogold sagt:

    Hallo alizr, viel Spaß mit deinem BULLITT! Du kannst die beschriebene „Untersetzung“ verändern, da an der Gabel zwei Positionen möglich sind, an der die Lenkstange ansetzt. Wenn du das innere Loch nimmst, hast du nicht mehr so eine extreme Untersetzung, die in der Tat gewöhnungsbedürftig ist. Die Lenkstange berührt zwar dann schon etwas eher den Rahmen, schränkt aber den Bewegungsradius nicht gravierend ein, das geht.

    Für eine Bodenplatte reicht 9mm Siebdruckplatte aus dem Baumarkt, wenn du dein BULLITT schon hast, schneidest du dir einfach eine Pappschablone aus und überträgst die auf die Holzplatte. Wenn dir die Farbe nicht gefällt, kannst du sie ja anstreichen…

    Grüße von Lars aus Hannover

    • alizr sagt:

      Hallo Lars,

      danke, das ist interessant zu hören mit den zwei Löchern an der Gabel. Das probiere ich aus, sobald mein Bullitt rollt. Das mit dem Board werde ich wohl genau so machen. Ich habe mir jetzt Wabenplatten organisiert und bald geht es los mit ausschneiden.

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